Kreisoberliga Mitte, 1. Spieltag: TSV Pilgerzell – FV Horas 0:8 (0:4)

Klatsche gegen den Titelaspiranten

Dass die TSG Lütter nach dem 8:1 gegen Edelzell/Engelhelms nicht Tabellenführer nach dem ersten Spieltag in der Kreisoberliga Mitte ist, kam unerwartet. Doch der selbst ernannte Titelaspirant FV Horas machte in Pilgerzell gleich ernst und siegte auch in der Höhe verdient mit 8:0.

Der siegreiche Coach Julian Wehner war fast schon ein wenig verlegen, als er die Partie nachher mit seinem einstigen Petersberger Lehrmeister Rolf Gollin, dessen Team er gerade eben mit 8:0 weggefegt hatte, analysierte. „Man muss die Kirche im Dorf lassen. Es war nur ein Spiel. Aber wir haben unser Potenzial angedeutet und freuen uns jetzt natürlich schon auf den Vergleich mit Lütter am Freitag. Die haben ja einen ähnlichen Start wie wir hingelegt.“

In Pilgerzell zumindest hatte der FVH schon mal das erste Ausrufezeichen gesetzt und bewiesen, dass er sich durch das selbst auferlegte Ziel „Meisterschaft“ offensichtlich nicht zu viel Druck aufgebürdet hat. Die Horaser boten eine ansprechende taktische und spielerische Leistung, dazu scheinen Stimmung und Mischung in der Mannschaft gut zu passen. Die alten Hasen im Sturm wie Patrick Lesser und Pierre Mistretta spielten gemeinsam mit Julian Keller vorne locker lässig die Tore heraus, weiter hinten hielten die jungen Wilden um den schon sehr präsenten und abgezockten Mark Zentgraf den Laden dicht.

Dazu gesellte sich noch die Tatsache, dass Pilgerzell seine gute Form aus der Vorbereitung nicht mit in die Runde nehmen konnte – ungeachtet einiger Ausfälle. „Dass es schwer wird, war klar. Aber mich ärgert schon das erste Tor kolossal, weil wir genau wussten, dass solche Situationen kommen würden. Und dann darf Fabrizius trotzdem glockenfrei am Fünfer einköpfen. Wir hatten die Hose voll“, hatte TSV-Coach Rolf Gollin fast ausnahmslos Tadel für seine Mannen übrig.

Schon auf der Sechs fanden Denis Heck und Florian Helfrich nicht so gut ins Spiel und in die Zweikämpfe, so dass die Horaser in der Zentrale genug Zeit hatten, um das Tempo von Lesser und Keller mit steilen Bällen in die Spitze gut auszuspielen. „Das war schon richtig gut heute. Der große und gute Platz kam uns gelegen“, so Lesser, der wie dessen „Spezi“ Pierre Mistretta als ehemaliger Hessenligaakteur einfach ein Unterschiedsspieler für diese Liga ist. Lesser traf übrigens vier Mal.

TSV Pilgerzell: Meinecke – Meissel, Erb, T. Büdel, S. Büdel – Helfrich, Heck – Wingenfeld, Weber – Faulstich, Mathiebe – (Heller, Schröter).
Schiedsrichter: Markus Ulrich (TSV Schmalnau). Zuschauer: 250. Tore: 0:1 Daniel Fabrizius (11.), 0:2 Patrick Lesser (14.), 0:3 Pierre Mistretta (17.), 0:4, 0:5, 0:6 Patrick Lesser (25., 48., 57.), 0:7 Mark Zentgraf (63.), 0:8 David Duda (86.).

Foto (Charlie Rolff): Louis Schröter (rechts) und der TSV hatten gegen Pierre Mistretta und Co. fast immer das Nachsehen