Jahreshauptversammlung 2019

Resonanz lässt weiter zu wünschen übrig

Die Kontinuität und Altersstruktur im Vorstand passen, die Mitgliederzahl ist vergleichsweise hoch, der sportliche Ertrag sowie die Kassenlage stimmen – und trotzdem herrschte bei der Jahreshauptsammlung des TSV Pilgerzell nicht allenthalben Harmonie.

Viel Mühe hatte sich der alte und neue Erste Vorsitzender Christopher Gaul gemacht, im Vorfeld fast jedes der rund 600 Vereinsmitglieder persönlich zur Mitgliederversammlung eingeladen. Trotzdem zogen es – wie gewohnt – nur wenige Mitglieder vor, der Sitzung beizuwohnen. 33 waren es in diesem Jahr. Ein Umstand, der sich laut Gaul auch auf die Bereitschaft der Mitglieder herunterbrechen lasse, Theken- oder Grilldienste an Fußball-Spieltagen zu verrichten. „Wir helfen immer gerne. Allerdings ist es mittlerweile so, dass die Vorstandsmitglieder selbst eigentlich bei jedem Heimspiel Dienst machen müssen. Das wird nicht ewig so weitergehen“, appellierte neben Gaul auch der wiedergewählte Kassierer und Jugendleiter an die Ehre der Vereinsgemeinschaft.

Auch mit Blick auf den Pilgerzeller Part in der Jugendgemeinschaft Florenberg mit der SG Edelzell und dem SV Engelhelms hat Leonangeli Sorgenfalten auf der Stirn: „65 Prozent der Kinder kommen aus Pilgerzell, die aber fast nur von Edelzeller und Engelhelmser Trainern betreut werden. Ich sehe die Gefahr, dass diese Kinder mit Eintritt ins Seniorenalter dann zu unseren Partnervereinen rüberwandern, wenn in Pilgerzell kein Engagement vorhanden ist.“

Immerhin der Sport liefert am Andreasweg fast nur positive Schlagzeilen: Die Seniorenfußballer hätten sich unter den Trainern Rolf Gollin (Kreisoberliga) und Michael Bott (B-Liga) weiterentwickelt. Die Frauen haben erstmals die Hessenliga erreicht, dazu die Reserve die Gruppenliga gehalten. Die Juniorinnenteams hätten eine klasse Saison gespielt, allerdings sei auch hier die Spielerinnendecke nachhaltig nicht breit genug, sodass man künftig gemeinsame Sache mit Gläserzell macht.

Der Run auf die Turngruppen halte an, erklärte Übungsleiterin Kerstin Detsch, mindestens 60 Kinder stünden derzeit auf der Warteliste. Harry Hauschild und Simon Link gaben einen Einblick in die gut angenommenen Volleyballgruppen. Gaul erklärte unterdessen, dass zeitnah die Sanierung des Sporthausdaches ansteht, in deren Zuge Solarzellen auf dem Dach angebracht würden.